Fitness-Verband bittet Merkel um die Öffnung der Studios

Europas größter Arbeitgeberverband für die Fitness-Wirtschaft hat sich in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt. In einem offiziellen, das auch an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, die Minister der 16 Bundesländer und Bürgermeister einiger großer Städte wie Hamburg und Berlin ging, bittet die Verbandspräsidentin die Politik, nach Ostern wieder die Öffnung der Fitness-Studios zuzulassen.

Birgit Schwarze ist Vorsitzende des Arbeitgeberverbands deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV) mit Sitz in Hamburg, der seit 1984 die Interessen der Branche vertritt.

Schwarze ist unter anderem auch Sachverständige des Bundes für die Regelung des Berufsbildes Sport- und Fitness-Kaufmann. Sie schreibt in dem auf der Internetseite des DSSV veröffentlichtem Brief:

„Sehr geehrte Frau Merkel,

fast zwölf Millionen Menschen in Deutschland würden gerade jetzt in der Krise alles dafür tun, um ihre körperliche, aber auch ihre geistige Fitness zu erhalten und zu stärken. Es sind die Mitglieder in unseren Fitness- und Gesundheits-Anlagen, mit einem Durchschnittsalter von 41 Jahren besonnene und gesundheitsbewusste Menschen. Sie profitieren von dem individuellen Kraft- und Herzkreislauf-Training, das unsere qualitativen Betriebe anbieten. Jedes Mitglied hat seinen eigenen Trainingsplan und benötigt keine direkte Betreuung. Eine Betreuung mit Sicherheitsabstand ist immer gegeben.“

Weiter heißt es: „Die festen Stationen machen es möglich, ohne Kontakt zu anderen Personen, alle Sicherheitsabstände zu wahren. Wir bitten Sie, in Betracht zu ziehen, nach Ostern – mit Sicherheitsauflagen – eine Öffnung der Fitness-Anlagen zu ermöglichen.“

Keine Kurse, keine Umkleiden – dafür Stärkung des Immunsystems

Der Verband bietet Merkel eine Art „Kompromiss“ an. Sofern die Studios öffnen dürften, würden sie beispielsweise:

  • keine Kurse anbieten
  • Saunen, Duschen und Umkleiden geschlossen halten
  • Griff- und Sitzflächen regelmäßig desinfizieren
  • Mitglieder ggf. mit Einweghandschuhen trainieren lassen

Am Ende des Briefes schreibt Schwarze: „Wir wissen, dass Sie aktuell eine Fülle von Anfragen erhalten – wir bedanken uns als allererstes für Ihre Fürsorge und die riesige Arbeit, die Sie in den Ministerien und Verwaltungen leisten. Bitte überlegen Sie, ob Sie nach Ostern unsere Betriebe öffnen lassen können – wir sind sicher, einen sehr guten Beitrag für die Gesundheit in unserem Land leisten zu können.“

Der DSSV ist Mitglied der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und über die Arbeitgebervereinigung BusinessEurope auch auf EU-Ebene vertreten. Er setzt sich für eine noch stärkere Anerkennung der Fitness- und Gesundheits-Anlagen als Teil des Gesundheitssystems ein.

Laut DSSV-Angaben begeistern sich in Deutschland mehr als elf Millionen Menschen für Fitness-Training. Demnach nutzen diese das Angebot von rund 9300 kommerziellen Anlagen. Die Fitness-Branche erwirtschaftet laut DSSV einen Umsatz von über 5,33 Milliarden Euro.

Schwedens Sonderweg: Fitness-Studio-Kette geöffnet

Schweden geht während der Corona-Krise übrigens einen eigenen Weg. Die größte Fitness-Studio-Kette des Landes durfte in dieser Woche wieder öffnen. Die schwedische Gesundheitsbehörde hatte das genehmigt. „Bewegung ist gerade jetzt wichtig“, hieß es von Seiten der Regierung.

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